Caro-Lin Couture
Deutsch · English | 25. Mai 2017
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Der Sari und die bayerische Tracht

Der Sari

Seit vielen Jahrhunderten ist der Sari das traditionelle Kleidungsstück der indischen Frauen. Es besteht aus einer etwa 6 m langen Stoffbahn. Am Anfang befindet sich das prachtvoll gestaltete Pallu. Dies ist der Teil des Saris, der zum Schluß über die Schulter geworfen wird und das Schmuckstück des Saris.

Die Zierde des Pallu ist je nach Stoff ganz unterschiedlich. Es kann entweder mit wertvoller Stickerei oder mit schweren Silber- und Goldfäden durchwebt sein. Aber ein jedes ist individuell, verspielt und einzigartig. Die Kanten der Stoffbahn sind passend zum Pallu als Schmuckborte gestaltet und meist durchlaufend.

Eine indische Legende besagt, dass der Sari einst auf dem Webstuhl eines Webermeisters geboren wurde, der von den Frauen träumte - von ihren schimmernden Tränen, von ihrem welligen Haar, von den tausenden Farben ihrer Launen und von der Sanftheit ihrer Haut. Und so schuf er einen Stoff, der alle faszinierenden Aspekte der Weiblichkeit in sich birgt.

Das faszinierende am Sari sind die intensiven Farben und die liebevollen Muster, die nur all zu oft an traditionelle Motive aus der bayerischen Tracht erinnern. Daher lag für mich der Gedanke gar nicht all zu so fern, diese Stoffe zu einem Dirndl zu verarbeiten. Aber auch die Tatsache, dass diese alten Saris einzigartig sind, und somit Unikate, faszieniert mich. Wahre Couture auf höchstem Niveau.

Die Geschichte der bayerischen Tracht

Die Erfindung

Ende August 1883 - kein Tag wie jeder andere, aber nicht für die Bayern! An diesem Tag gründete Dorfschulmeister "Joseph Vogl" mit fünf weiteren Stammtischbrüdern den ersten Trachtenverein. Um ein Stück bayerische Lebensart nicht in Vergessenheit geraten zu lassen entschieden sich die Freunde sich selbst eine kurze Lederhosn zu schneidern. Was zu damaliger Zeit ausschließlich die Arbeitskleidung der Bauern war und daher sehr großes Aufsehen erregte. Die Folge aber war, dass diese „Modeerscheinung“ zunächst sogar durch die Kirche verboten wurde, da sich die Bauern beleidigt und die Dorfbewohner empört fühlten. Dennoch setzte es sich irgendwann durch und auch das Dirndl erlebte eine Neugeburt und wurde im Laufe der Jahrzehnte mehr und mehr bestickt, verziert und mit Schmuck, dem sogenannten Charivari, behängt.

Tracht wird Mode

Verdruss gegenüber alten Werten und Traditionen kann man heutigen Jugendlichen wohl längst nicht mehr vorwerfen. Das Phänomen der Wiesntracht hat längst Einzug genommen und den Markt  und das Oktoberfest in München und der Welt geprägt. Ob alt oder jung, Tracht ist Trend und Werte wie Heimat und Tradition werden zusehens wichtiger.

Auf dem Oktoberfest tragen die meisten Leute Wiesn-Dirndl die mehr oder minder der Mode entsprechen, und das ist auch gut so, aber weit entfernt von der ursprünglichen Tracht. Denn eine echte Festtracht wäre fürs Bierzelt wohl vielen zu wertvoll. Bis über 6000 Euro kann die originale Festkleidung kosten. Besondere Accessoires sind bei der echten Festtracht sogar Pflicht. Teurer Erbschmuck zum Beispiel, frische Blumen, die man vorne in das versteifte Mieder steckt. Ein Tuch über die Schultern und der Hut auf dem Kopf ist ebenfalls obligatorisch. Auch die Rocklänge und die Schuhe sind festgelegt.

Anders bei den modischen Interpretationen des Dirndls, wo man weitaus freier ist. Farben, Formen und Accessoires sind kaum Grenzen gesetzt. Allerdingts wird man stets das Grundmodell des klassischen Dirndls bei den Kreationen von Caro Lin Couture widerfinden und Modelle frei nach dem Motto "Das Dirndl ist maximal so kurz wie ein Maßkrug hoch ist" vergebens suchen. Denn wie eben Coco Chanel schon sagte: "Mode ist vergänglich, Stil niemals".

Ausschlaggebend war uns die Idee ein einzigartiges Kleid zu entwerfen. Ein jedes Dirndl von Caro Lin Couture ist ein Unikat und Einzelstück, eben weitaus mehr als eine Modeerscheinung, meist begleitet es uns ein Leben lang. Selbstverständlich gibt es immer neue Trends und Farbkombinationen von Saison zu Saison und das ist es ja auch was mich persönlich als Designerin so begeistert. Aber die Grundidee und der Basisschnitt bleibt stets der klassisch bayerischen Tracht treu.